PFAS werden dort eingesetzt, wo Verpackungen fett-, wasser- oder schmutzabweisend sein müssen – und gelangen zusätzlich unbeabsichtigt über Recyclingströme und Produktionsprozesse in Verpackungen. Typische Risikokandidaten:
Sie dachten, Sie sind raus, weil Sie eine Getränkedose haben? Auch Aluminium- und Weißblechdosen tragen Innenbeschichtungen, Lacke und Dichtungen – genau dort sitzt das PFAS-Risiko. Entscheidend ist nie nur das Grundmaterial, sondern jede einzelne Komponente Ihrer Verpackung.
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von mehreren tausend industriell hergestellten Chemikalien. Wegen ihrer extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen werden sie auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt: Sie reichern sich in Umwelt und Organismus an und werden mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht. In Verpackungen sorgen PFAS für fett-, wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften – zum Beispiel in beschichteten Papieren, flexiblen Laminaten, Druckfarben, Klebstoffen und Doseninnenbeschichtungen. Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) reguliert die EU PFAS für Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, nun verbindlich – faktisch ein PFAS-Verbot oberhalb der Grenzwerte. Die Verordnung ist am 12. Februar 2025 in Kraft getreten; die PFAS-Grenzwerte gelten ab dem 12. August 2026. Die EU-Kommission hat Ende März 2026 einen Leitfaden zur Auslegung veröffentlicht, und im Juni 2026 hat die PFAS-Taskforce der Kommission einen Entwurf für eine harmonisierte Probenahme- und Prüfmethodik vorgelegt – mit klaren Erwartungen an die Risikobewertung durch Unternehmen.
Wichtig: Alle drei Grenzwerte müssen gleichzeitig eingehalten werden – und die Regelung gilt für absichtlich eingesetzte (IAS) ebenso wie für unbeabsichtigt vorhandene PFAS (NIAS).
Die PFAS-Grenzwerte der PPWR verändern die Anforderungen an jede Lebensmittelkontaktverpackung – von der Materialwahl über die Lieferantenkommunikation bis zur technischen Dokumentation. In unserem Whitepaper erfahren Sie, was PFAS sind, wo sie in Verpackungen stecken, welche Grenzwerte und Pflichten ab August 2026 gelten und wie Sie mit der Risikomatrix eine belastbare Risikobewertung aufbauen.
Ein praxisorientierter Leitfaden der Verpackungsexperten von Berndt+Partner Creality – mit verständlichen Erklärungen, konkreten Beispielen aus 15 Verpackungskategorien und einem Fahrplan in drei Phasen.
Kostenloses PFAS-Whitepaper:
Die EU-Taskforce verweist für die Risikobewertung auf die wissenschaftlich entwickelte PFAS-Risikomatrix (Wack et al. 2026). Sie stuft Verpackungsmaterialien und -komponenten in vier Risikoklassen ein. Die höchste Risikoklasse einer Komponente bestimmt die Einstufung der gesamten Verpackung – deshalb ist die Einstufung jeder einzelnen Komponente Pflicht.
Die Konsequenz: Je nach Risikoklasse reicht eine belastbare Lieferantenerklärung – oder es ist gezielte Analytik erforderlich. Genau diese Einstufung übernehmen wir für Sie.
In Risikoklasse 1 (sehr geringes Risiko) fallen Materialien, in denen PFAS technologisch nicht erforderlich sind und Kontaminationen nicht erwartet werden – etwa unbehandeltes Frischfaser-Kraftpapier, Wachsbeschichtungen, Hotmelt-Verklebungen oder Glas. Der Handlungsbedarf ist hier gering: Eine belastbare Lieferantenerklärung genügt in der Regel, um die Einstufung in der technischen Dokumentation abzusichern; Analytik ist nur stichprobenartig sinnvoll.
Risikoklasse 2 (geringes Risiko) umfasst Materialien, in denen PFAS ebenfalls technologisch nicht erforderlich sind, Kontaminationen aber möglich bleiben – zum Beispiel über Prozesshilfsmittel, wie es bei Silikonbeschichtungen der Fall sein kann. Der Handlungsbedarf ist moderat: Lieferantenerklärungen müssen hier ausdrücklich auch unbeabsichtigte Einträge über Prozesshilfsmittel und Rezyklate abdecken, und ein Gesamtfluor-Screening zur Absicherung ist empfehlenswert.
Bei Risikoklasse 3 (mittleres Risiko) handelt es sich um Materialtypen mit bekannten, historisch belegten PFAS-Anwendungen, etwa auf Papier kaschierte Kunststofffolien oder Folienprägungen. Hier ist der Handlungsbedarf erhöht, und Sie sollten jetzt aktiv werden: Lieferantenerklärungen allein genügen nicht mehr als Konformitätsnachweis. Planen Sie Analytik nach dem Stufenansatz ein – vom Gesamtfluor-Screening bis zur gezielten PFAS-Analytik – und verankern Sie die Ergebnisse in Ihrer technischen Dokumentation. Beachten Sie dabei, dass die Kapazitäten akkreditierter Labore knapp sind und Vorlaufzeiten eingeplant werden müssen.
Risikoklasse 4 (hohes Risiko) schließlich betrifft typische PFAS-Anwendungsbereiche und Materialien mit hoher Kontaminationsgefahr: Papierrezyklat, faserbasierte Materialien mit Barrierebeschichtung und fettdichte Funktionspapiere. Hier ist der Handlungsbedarf dringend – eine Prüfung samt dokumentierter Prüfstrategie ist zwingend erforderlich. Verpackungen dieser Klasse müssen vor dem 12. August 2026 analytisch abgesichert sein; andernfalls besteht ein stark erhöhtes Risiko der Nichtkonformität und damit verbunden auch für die Verkehrsfähigkeit. Prüfen Sie parallel Substitutionsmöglichkeiten – Warten ist in dieser Klasse keine Option.
Wichtig für die Bewertung: Die höchste Risikoklasse einer einzelnen Komponente bestimmt immer die Gesamteinstufung der Verpackung. Eine Faltschachtel aus unkritischem Frischfaserkarton rutscht durch einen einzigen fettdichten Innenbeutel in Risikoklasse 4 – deshalb muss jede Komponente einzeln bewertet werden: Grundmaterial, Beschichtungen, Klebstoffe, Druckfarben und Produktionsprozesse. Genau diese Einstufung übernehmen wir für Sie: Im Rahmen unserer PFAS-Risikobewertung analysieren wir bis zu 5 Ihrer Verpackungen nach der Risikomatrix – pauschal für 490 € (zzgl. MwSt.), direkt über diese Seite buchbar.
Der PFAS-Fahrplan zeigt, dass die Anforderungen nicht erst mit dem Stichtag im August 2026 relevant werden. Bereits 2025 und 2026 entstehen wichtige Orientierungspunkte für Unternehmen: von der Auslegung der PPWR über konkrete Prüf- und Bewertungsmethoden bis hin zu verbindlichen Grenzwerten. Für Hersteller und Inverkehrbringer bedeutet das: Materialien, Lieferketten und technische Dokumentationen müssen frühzeitig geprüft und aktualisiert werden. Besonders bei Lebensmittelkontaktverpackungen wird die Nachweisführung künftig eine zentrale Rolle spielen, um Konformität sicher und nachvollziehbar belegen zu können.
Verantwortlich ist, wer verpackte Ware in der EU in Verkehr bringt: Markenartikler und Erzeuger verpackter Lebensmittel, Handelsunternehmen mit Eigenmarken, Importeure – und die Verpackungsindustrie, die ihren Kunden künftig belastbare Informationen für deren Konformitätserklärungen liefern muss. Betroffen sind alle alle Verpackungen für Lebensmittel, unabhängig vom Material: Papier und Karton, Kunststoffe, Formfaser, Metall (inklusive Innenbeschichtungen) und Verbunde.
Bis vor Kurzem war es gelebte Praxis, PFAS-Konformität per Häkchen abzufragen: Der Lieferant bestätigt „kein PFAS eingesetzt“ oder „unter dem Grenzwert“, und das Thema galt als erledigt. Dieses Vorgehen reicht nicht mehr aus. Mit dem Guidance-Dokument der EU-Kommission und dem Methodik-Entwurf der PFAS-Taskforce ist klar: Erwartet wird eine strukturierte, dokumentierte Risikobewertung – für jede Verpackung, für jede Komponente.
Drei Gründe, sofort zu starten:
Sie erhalten von uns eine strukturierte Vorlage zur Materialerfassung Ihrer Verpackungen: Materialzusammensetzung je Komponente, funktionelle Eigenschaften (fett-/wasserabweisend, Antifog etc.), Rezyklatanteile und vorliegende Lieferantenerklärungen.
Wir wenden die PFAS-Risikomatrix auf jede Komponente an – Grundmaterial, Beschichtungen, Klebstoffe, Druckfarben und Produktionsprozesse – und leiten daraus die Gesamtrisikoklasse jeder Verpackung ab.
Sie erhalten einen Risikobericht mit Einstufung je Komponente, Gesamtbewertung, empfohlener Teststrategie und konkreten Handlungsempfehlungen: Welche Lieferantenerklärungen fehlen oder sind unzureichend? Wo ist Analytik erforderlich? Wo besteht Substitutionsbedarf?
Der Bericht ist so aufgebaut, dass er als Bestandteil Ihrer technischen Dokumentation nach PPWR Art. 5 Abs. 5 hinterlegt werden kann – als Nachweis eines strukturierten Risikobewertungsverfahrens gegenüber der Marktüberwachung.
Wir arbeiten mit der Risikomatrix, auf die auch der EU-Methodik-Entwurf verweist – keine Hausmethodik, sondern der kommende Standard.
Die Risikoeinstufung reduziert die Testfrequenz auf das erforderliche Maß – Analytik nur dort, wo sie das Risiko verlangt.
Vom 490-€-Einstieg über die Portfoliobewertung bis zum vollständigen PFAS-Risikomanagementsystem – inklusive Digitalisierung im Packaging Cockpit.
PFAS ist ein Baustein Ihrer PPWR-Konformität. Wir denken Recyclingfähigkeit, Dokumentation und Stoffbeschränkungen zusammen.
Wir arbeiten mit der Risikomatrix, auf die auch der EU-Methodik-Entwurf verweist – keine Hausmethodik, sondern der kommende Standard.
Die Risikoeinstufung reduziert die Testfrequenz auf das erforderliche Maß – Analytik nur dort, wo sie das Risiko verlangt.
Vom 490-€-Einstieg über die Portfoliobewertung bis zum vollständigen PFAS-Risikomanagementsystem – inklusive Digitalisierung im Packaging Cockpit.
PFAS ist ein Baustein Ihrer PPWR-Konformität. Wir denken Recyclingfähigkeit, Dokumentation und Stoffbeschränkungen zusammen.
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Chemikalien mit extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Sie werden wegen ihrer Langlebigkeit „Ewigkeitschemikalien“ genannt. In Verpackungen erzeugen PFAS fett-, wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften.
In Verpackungen vor allem in fettdichten Papieren und Kartons, Fastfood-Verpackungen, flexiblen Laminaten und Funktionsfolien, Beschichtungen, Klebstoffen und Druckfarben, Doseninnenlacken sowie Dichtungen von Deckeln und Kronkorken. Zusätzlich gelangen PFAS unbeabsichtigt über Recyclingmaterial und Prozesshilfsmittel in Verpackungen – deshalb sind auch „PFAS-freie“ Materialien zu bewerten.
Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) begrenzt PFAS in Lebensmittelkontaktverpackungen ab dem 12. August 2026 auf 25 ppb je Einzelsubstanz, 250 ppb in Summe und 50 ppm Gesamtfluor. Verpackungen oberhalb der Grenzwerte dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden – faktisch ein PFAS-Verbot. Parallel läuft auf EU-Ebene das Verfahren zu einer umfassenden PFAS-Beschränkung unter REACH.
Nein, in der Regel nicht allein. Formulierungen wie „keine absichtliche Zugabe“ decken unbeabsichtigte Einträge nicht ab. Erwartet wird eine Risikobewertung, die Lieferantenerklärungen über die gesamte Wertschöpfungskette verifiziert, spezifische Kontaminationsrisiken bewertet und die materialspezifische Eintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigt. Je nach Risikoklasse ist zusätzlich Analytik erforderlich.
Nein – genau dafür gibt es die risikobasierte Vorgehensweise. Verpackungen niedriger Risikoklassen lassen sich mit belastbaren Lieferantenerklärungen dokumentieren; Analytik konzentriert sich auf mittlere und hohe Risikoklassen. Als Screening dient die Gesamtfluorbestimmung, bei Auffälligkeiten folgt gezielte PFAS-Analytik. So sinken Testkosten erheblich.
Berndt+Partner Creality unterstützt Sie mit der PFAS-Risikobewertung (bis 5 Verpackungen, 490 €), der PFAS-Masterclass mit individuellen Risikoberichten, der Bewertung ganzer Portfolios und dem Aufbau eines dauerhaften PFAS-Risikomanagementsystems – dokumentationsfertig nach PPWR.
1. Ein fester Prüfprozess ist Pflicht:
Die EU gibt erstmals ein konkretes Bewertungsverfahren vor – die freie Wahl, wie man PFAS-Konformität nachweist, entfällt.
2. Viel mehr Materialien betroffen:
Nicht nur Papier: starre und flexible Kunststoffverpackungen, papierbasierte Verpackungen, Folien sowie Compounds und Innenlacke in Metalldosen.
3. Viel mehr Verpackungssysteme betroffen:
Auch mehrteilige Systeme – Bag-in-Box, Beutel oder Tray in der Faltschachtel, Papier- und Kunststoff-Etiketten – werden komponentenweise bewertet.
Absichtlich zugesetzte PFAS (IAS – intentionally added substances): PFAS, die gezielt eine technische Funktion erfüllen – etwa als Fettbarrieren in Papier und Karton, als wasser- und schmutzabweisende Beschichtungen, als Antihaft- und Antifog-Ausrüstungen oder als fluorpolymerbasierte Prozesshilfsmittel (PPA) in der Folienextrusion.
Nicht absichtlich enthaltene PFAS (NIAS – non-intentionally added substances): PFAS, die ohne technische Absicht in die Verpackung gelangen – über Rezyklate und Recyclingfasern, PFAS-haltige Schmierstoffe und Reinigungsmittel, Kreuzkontamination in der Produktion sowie verunreinigte Roh- und Hilfsstoffe von Vorlieferanten.
Nicht pauschal – entscheidend ist die Art der Deckeldichtung. Klassische Twist-off-Deckel enthalten eine eingespritzte Plastisol-Dichtung auf PVC-Basis – sie sorgt zuverlässig für Vakuum und gleicht Unebenheiten der Glasmündung aus, steht aber wegen möglicher Fluor- und Weichmacher-Bestandteile im Fokus der PFAS-Bewertung, besonders bei fett- und ölhaltigen Füllgütern wie Pesto, Oliven oder Saucen. Zunehmend setzen Hersteller deshalb auf PVC- und weichmacherfreie Dichtungen aus thermoplastischen Elastomeren (TPE), erkennbar oft am blauen Dichtungsring (Markennamen wie BlueSeal oder BioSeal). TPE basiert auf Kohlenwasserstoffen und kommt ohne fluorierte Bausteine oder Verarbeitungshilfsmittel aus – es gilt damit als PFAS-unkritische Alternative. Für Ihre Risikobewertung heißt das konkret: Fragen Sie beim Deckellieferanten den Dichtungstyp ab. Ein dokumentierter Wechsel auf zertifizierte TPE-Dichtungen kann diese Komponente entschärfen, während bei klassischem PVC-Plastisol – vor allem im Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln und bei Babynahrung – eine analytische Absicherung angezeigt ist.
Ihre nächsten Schritte:
01 – Füllen Sie das nebenstehende Formular aus und wählen Sie Ihre Leistung: die PFAS-Risikobewertung (490 €), eines unserer Portfoliopakete – oder Ihren Platz in der PFAS-Masterclass am 28.07.2026 inkl. 5 individueller Risikoberichte (980 €).
02 – Sie erhalten umgehend Ihre Bestätigung samt Excel-Vorlage zur Materialerfassung. Sobald Ihre ausgefüllte Vorlage bei uns eingeht, starten wir mit der Bewertung Ihrer Verpackungen.
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Alternativ können Sie auch direkt in unserem Kalender einen Termin für ein unverbindliches 30-Minuten-Beratungsgespräch mit einem unserer PFAS- und PPWR-Experten buchen.