PackCheck Hairstyling – 14 Verpackungen im Vergleich
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PackCheck Hairstyling – 14 Verpackungen im Vergleich

In unserem PackCheck Nummer 5 dreht sich alles um Produkte aus der Hairstyling-Abteilung. 14 Verpackungen von namhaften Marken wie Nivea, L’Oréal, Schwarzkopf und got2b haben wir sorgfältig unter die Lupe genommen und in Bezug auf Performance, Design und Sustainability analysiert und miteinander verglichen. Welches Packaging in welcher Kategorie zu beeindrucken weiß oder zu wünschen übrig lässt und welche Brand den PackCheck durch eine überzeugende Gesamtleistung gewinnt, lösen wir im Folgenden auf.

Anforderungen und analysierte Marken

Anders als bei den meisten bisherigen PackChecks haben wir uns diesmal nicht auf ein bestimmtes Format oder eine ganz konkrete Produktart festgelegt, sondern Gele, Wachse, Öle und Cremes sowie Mischformen gleichermaßen berücksichtigt. Demnach umfasst dieser Vergleich verschiedene Artikel, die uns dabei helfen sollen, unsere Haare zu stylen. Mal kommen sie als klassische Tuben, mal als Pumpspender und mal als Tiegel daher. Hier die analysierten Marken bzw. Produkte im Überblick:

Das Stufendiagramm präsentiert die „harten“, quantitativen Resultate unseres PackChecks – sprich die Anzahl der Punkte, die jedes untersuchte Produkt auf den drei Bewertungsdimensionen Performance, Design und Sustainability sowie insgesamt erzielt hat. Unten gehen wir detailliert auf die „weichen“, qualitativen Ergebnisse jedes Packagings ein.

Erkenntnisse aus dem Performance-Vergleich

Performance Winner: got2b iStyler

Die Verpackung des got2b iStylers bietet einen hervorragenden Produktschutz und prinzipiell hohe Stabilität – sie ist im Drop-Test unbeschädigt geblieben. Darüber hinaus hebt sich das Packaging Design am Point of Sale von den Wettbewerbern ab: zum einen durch die flache, kompakte und auf Stapelbarkeit ausgelegte Form und zum anderen durch das smart eingesetzte Etikett, das die plakative Fläche deutlich vergrößert, Aufmerksamkeit generiert und auf der Rückseite Platz für Styling-Tipps schafft. Öffnung und Wiederverschluss sind einfach und intuitiv nachvollziehbar realisiert. Zudem lässt sich das Produkt sehr gut restentleeren. Kurzum performt die Verpackung auf ganzer Linie.

Weitere Beobachtungen

Im Hairstyling-Segment kommen heutzutage hauptsächlich Tiegel, meist mit Schraubdeckel, zum Einsatz. Auch Tuben werden häufig verwendet. Nur vereinzelt begegnet man auch Pumpspendern und Flaschen. Sehen wir uns die vier Verpackungstypen genauer an.

Tiegel

Die typische runde Formgebung ist ein unverkennbares Merkmal, mit dem sich die Tiegel im Regal deutlich von der Konkurrenz abgrenzen. Sie sind vornehmlich aus Aluminium oder Kunststoff hergestellt; im Falle von Kunststoff handelt es sich in der Regel um PP (Polypropylen). Durch die große Öffnung und leichte Zugänglichkeit bieten sie eine wesentlich bessere Restentleerung als Tuben und Pumpspender. Überdies gewährleisten Tiegel im Vergleich den besten Produktschutz und die höchste Stabilität, denn im Gegensatz zu den Kappen von Tuben oder Pumpspendern bleibt der Schraubdeckel bei Druck oder Fall an Ort und Stelle und das Produkt damit verschlossen. Öffnen lassen sich die meisten Tiegel vollkommen problemlos, sprich ohne Verständnisschwierigkeiten und auch weitgehend ohne Kraftaufwand. Ausnahmen:

– Eco: Das Entfernen des Schlussetiketts gestaltet sich etwas mühsam, und auch das Öffnen des Klappdeckels sowie das Wiederverschließen erfordern etwas Kraft.
– TIGI Bed Head: Am Deckel haftendes Gel kann durch die Konsistenz des Produkts Fäden ziehen und verkleckern.
– Störtebekker: Um den Aluminiumtiegel zu öffnen, muss man etwas mehr Kraft aufwenden als beim Großteil der ähnlich konzipierten Verpackungen.

Eco ist im Übrigen das einzige Produkt, das einen Klappdeckel aufweist. Diese Lösung hat Vor-, aber auch Nachteile. Praktisch ist, dass man den Tiegel nach dem Entfernen des Erstöffnungsschutzes einhändig handlen kann; allerdings springt der Klappdeckel beim Herunterfallen leicht auf – tatsächlich hat von allen Tiegeln im PackCheck nur der von Eco den Drop-Test nicht bestanden. Abgesehen davon lässt sich die Verpackung zwar grundsätzlich wiederverschließen, jedoch nicht mit der gewünschten Sicherheit bzw. Zuverlässigkeit.

Tuben

Anders als bei der Entnahme aus einem Tiegel kommen die Finger bei einer Tube nicht vollständig mit dem Hairstyling-Produkt in Kontakt, was eine praktische und zugleich hygienische Anwendung ermöglicht. Außerdem bietet sie die größte plakative Fläche – eine optimale Voraussetzung, um am Point of Sale aufzufallen.

Nachteilig ist die relativ schlechte Restentleerung. Dies zeigt sich vor allem bei der Tube von Brisk, die im Vergleich zu Schwarzkopf OSiS+ und Taft ein wesentlich dickeres Material aufweist, was sie weniger flexibel macht und dem Anwender die Entnahme der Produktreste spürbar erschwert. An und für sich gewährleisten Tuben einen sehr guten Produktschutz; allerdings sind sie druckempfindlicher.

Pumpspender

Pumpspender ermöglichen eine kontrollierte, gleichbleibende Dosierung pro Hub – und damit eine saubere, hygienische Anwendung. Nur beim ersten Mal ist ein „Anpumpen“ erforderlich, danach reagiert die Verpackung auf jeden Pumpstoß wie gewünscht. Sowohl der Airless Dispenser mit Steigkolben von Wella als auch das Airless-Beutelsystem im extrusionsgeblasenen Behälter von Kastenbein & Bosch sind luftdicht und die enthaltenen Produkte dadurch besser haltbar.

Wie bei Tuben ist auch bei Pumpspendern die plakative Fläche am Point of Sale im Vergleich zu Tiegeln größer und die Restentleerbarkeit mangelhaft. Allerdings gibt es in Bezug auf den letztgenannten Aspekt nennenswerte Unterschiede: Wella Shockwaves beispielsweise lässt sich durch den aufsteigenden Innenboden besser restentleeren als die meisten anderen Pumpspender, während bei Kastenbein & Bosch zusätzlich Reste im innenliegenden Beutel verbleiben. Obwohl bei diesem Kriterium im Vorteil, schneidet Wella in unserem Performance-Check final schlechter ab als Kastenbein & Bosch; dies liegt in erster Linie daran, dass der Shockwaves-Deckel im Drop-Test zerbrochen ist.

Flasche

Der einsame Flaschen-Vertreter in unserem PackCheck stammt von East Moon. Dem sehr guten Produktschutz und dem prinzipiellen Vorteil des enthaltenen Kamms zur praktischen Applikation steht die relativ schlechte Handhabung gegenüber: Zum einen tropft das Produkt vom Kamm und zum anderen lässt die Restentleerbarkeit zu wünschen übrig. Warum? Weil der Kamm nicht bis zum Boden der Flasche reicht, der zudem gewölbt ist, was die Entnahme zusätzlich erschwert. So bleibt am Ende (zu) viel Flüssigkeit zurück.

Erkenntnisse aus dem Design-Vergleich

Design Winner: got2b iStyler

Der got2b iStyler gewinnt den Design-Vergleich, weil das Konzept Sichtbarkeit, Führung und Relevanz mustergültig verbindet. Seine plakative „Billboard“-Front zieht das an sich flache Produkt optisch in die Höhe; die spezielle Form und die kräftigen, sauber orchestrierten Farben spielen harmonisch zusammen; und die Leseführung bleibt aus jeder Distanz eindeutig. Damit adressiert die Marke eine junge, spaßorientierte, weitgehend geschlechtsneutrale Zielgruppe (in der Wahrnehmung leicht weiblich), ohne sich in Details zu verlieren. Von Form und Funktion über Farben und Typografie bis hin zu Informationshierarchie und Branding: Das Packaging für den got2b iStyler überzeugt in allen Belangen. Es generiert maximale Aufmerksamkeit und verankert sich mit der klaren Markenklammer im Gedächtnis der Konsumenten – angesichts dieser Eigenschaften ist Platz 1 mehr als gerechtfertigt.

Weitere Beobachtungen

Neben dem got2b iStyler finden sich unter den analysierten Packagings noch einige weitere überaus gelungene Designs. Mit lediglich zehn Punkten Rückstand liegt seinz. auf dem zweiten Rang. Die Marke beeindruckt mit ihrem sehr männlichen, reduzierten und verlässlichen Auftritt – stark in Zielgruppenfit, Markenklammer, Typografie und Form. Sie gibt sich selbstbewusst und clean und bleibt ihrer eigenen Linie konsequent treu.

Wieder nur knapp dahinter folgt Nivea, der hochwertige, nahbare Allrounder mit einer klaren Informationshierarchie und stimmigen Proportionen. Das Packaging erzielt sehr gute Werte bei Konzept, Leseführung und Typografie. Im Vergleich zu got2b präsentiert sich die Brand etwas weniger „laut“.

Taft zeigt mit der schlichten Typografie, den aufgeräumten Flächen und der ergonomischen Tube, wie bewusste Reduktion funktioniert. Die Gestaltung sorgt für eine hohe Lesbarkeit und ein gutes Handling.

Auf Rang 5 im Design-Vergleich landet noch einmal got2b – diesmal mit dem Produkt Strand Matte. Hierbei setzt die Marke mit Aluminium im Hochformat und kühlen Farben ein frisches, verspieltes Statement. Das Packaging Design ist merklich auf jüngere Männer ausgerichtet.

TIGI Bed Head wirkt durch die Transparenz und das Layering mit 3D-Effekt jung und edgy, suggeriert dadurch aber mehr Volumen, als tatsächlich enthalten ist. Dennoch verdient sich die Verpackung durch ihre Form und kreative Gestaltung ihre hohe Punkteausbeute in der Kategorie Design.

Das Packaging von Schwarzkopf OSiS+ zeichnet sich durch die matte Fläche, die gut geführte Hierarchie und den klugen Leerraum aus. Es präsentiert sich modern-kosmetisch und lifestyle-tauglich. Die Subrange bleibt eindeutig wiedererkennbar – der spezielle Rotton trägt die Marke.

Im Mittelfeld bedient Störtebekker die wertige Barber-Nische für eine sehr spezifische Zielgruppe. Zwar ist das Konzept sauber umgesetzt – im Massenregal kann es sich visuell jedoch kaum behaupten oder abheben.

L’Oréal Studio Line zeigt Y2K/Millennial-Anklänge: Das Verpackungsdesign ist solide und verständlich, aber im Hinblick auf Farben, Typografie und Detailtiefe reif für ein sanftes Refresh.

Wella Shockwaves erscheint kleinteilig und ist durch die Flaschenform gestalterisch limitiert. Die Produkterkennung bleibt gut, die Gesamtwirkung jedoch bescheiden.

Kommen wir noch zu den vier Nachzüglern in der Kategorie Design:

Kastenbein & Bosch ist informativ, unaufgeregt und sichtbar Internet-/Social-Media-getrieben – funktional, aber ohne ausgearbeitete Designstrategie.

Eco liefert einen 90er-Jahre-Flashback mit Glitter-Papier. Form und Funktion sind in Ordnung; Farben, Typografie und Transparenz (die „Eco“-Botschaft ist uneindeutig) schwächeln hingegen.

Ähnlich wie Störtebekker zielt East Moon auf das edle Barber-Segment. Allerdings harmoniert der Anspruch nicht mit der realen Umsetzung: Durch simulierte Goldverläufe und den Kunststoff-Look mutet das Packaging letztlich doch eher billig an.

Brisk kommt sehr traditionell und nostalgisch daher und richtet sich unübersehbar ausschließlich an Männer. Form und Gestaltung wirken überholt und könnten ein zeitgemäßes Update vertragen.

Erkenntnisse aus dem Sustainability-Vergleich

Sustainability Winner: L’Oréal

In den Kategorien Performance und Design liegt L’Oréal nur im Mittelfeld, doch in Sachen Nachhaltigkeit hat das Packaging klar die Nase vorn. Der Tiegel besteht zur Gänze aus PP, was ihm eine ausgezeichnete Recyclingfähigkeit beschert. Darüber hinaus kommt er transparent daher – allein der Deckel ist transluzent eingefärbt. Die kompakte Größe trägt zu einem effizienten Materialverbrauch bei. Auch Etiketten sind im Vergleich zu anderen Packagings sehr reduziert eingesetzt. Verbesserungspotenzial gibt es lediglich bei der Verbraucherführung: Um den Konsumenten die Entsorgung zu erleichtern und so das Recycling erfolgreicher anzukurbeln, wäre es sinnvoll, konkrete Hinweise dazu zu ergänzen. Alles in allem fungiert das Packaging von L’Oréal als hervorragende Mono-Lösung, die im Sustainability-Check zurecht an der Spitze steht.

Weitere Beobachtungen

Grundsätzlich sind Monomaterial-Tiegel nachhaltiger als Tuben oder mehrteilige und vergleichsweise materialintensive Pumpspender. Bei Letzteren ist das Verpackungsgewicht im Verhältnis zum Füllvolumen am größten. Von allen Verpackungstypen lassen sich Tuben am ehesten kompakt und damit volumensparend entsorgen – allerdings nur, wenn das Material nicht zu dick und fest ausfällt.

Allgemein mangelt es im Hairstyling-Segment an Nachhaltigkeitssymbolen und -informationen auf den Verpackungen. Ausnahmen bilden Schwarzkopf OSiS+ und East Moon. Die anderen Marken täten gut daran, vernünftige Entsorgungshinweise in ihre Designs zu integrieren, denn viele Packagings würden bei richtiger Entsorgung bzw. sorgfältiger Trennung von Komponenten aus verschiedenen Materialien im Recycling durchaus gut performen. Die besten Beispiele sind Nivea und TIGI Bed Head: Beide nutzen einen Kunststofftiegel mit Aluminiumdeckel. Sowohl der Tiegel als auch der Deckel gehören in die Gelbe Tonne, müssen aber vor der Entsorgung unbedingt voneinander getrennt werden, weil ansonsten im Zuge des Sortierprozesses die gesamte Verpackung in den Alu-Strom fließt, wo der Kunststoff unnötigerweise als Störstoff anfällt.

Bei Nivea ist der nachhaltige und geringe Materialeinsatz positiv hervorzuheben: Der Tiegel besteht aus rPET, sprich recyceltem PET, und die Wände sind relativ dünn gehalten. Allerdings könnte die Verwendung von recyceltem Material noch klarer kommuniziert werden – den Begriff „rPET“ verstehen viele Verbraucher nicht. Einschränkend müssen wir anmerken, dass die sehr dunkle Einfärbung des Kunststoffes die Recyclingfähigkeit des Nivea-Tiegels mindert. Wie oben erklärt, trennen die meisten Konsumenten Kunststofftiegel und Aluminiumdeckel nicht – klare Entsorgungshinweise könnten die Recyclingquote deutlich erhöhen.

Abgesehen von dem zusätzlichen plakativen Etikett sind Materialeinsatz und Design beim got2b iStyler recht effizient. Der Mono-PP-Tiegel hat eine gute Recyclingfähigkeit. Zwar ist er opak durchgefärbt – dies fällt bei PP jedoch weniger stark ins Gewicht als bei anderen Kunststoffen. Deshalb lässt sich das Gefäß gut verwerten.

Auch seinz. setzt auf eine Mono-Lösung: eine nicht direkt bedruckte Aluminiumdose mit sparsam verwendeten Etiketten. Im Inneren des Deckels ist am Rand ein Gummiring zur Abdichtung eingebracht. Dieser wirkt sich jedoch nur minimal negativ auf das Sustainability-Ergebnis aus, während es den Produktschutz wesentlich erhöht. Noch ein Wort zum Material: Aluminium ist in der Produktion ressourcenintensiver, doch die seinz.-Tiegel enthalten dafür immer anteilig Rezyklat.

Im Vergleich zu seinz. weist das ebenfalls aus Alu gefertigte got2b-Strand-Matte-Packaging keine Etiketten auf, sondern ist stattdessen direkt bedruckt. Durch die etwas dickeren Wände und den komplett durchgefärbten Deckel schneidet got2b Strand Matte in der Kategorie Sustainability schlechter ab als die seinz.-Verpackung. Als Abdichtung dient eine dünne, runde, vollflächig in den Deckel eingelegte Kunststoffplatte. Der Vorteil dieser Lösung: Sie ist nicht mit dem Deckel verbunden. Der Nachteil: Sie lässt sich nur mit großer Mühe heraustrennen, weshalb sie von den Konsumenten üblicherweise einfach samt Deckel entsorgt wird. Außerdem ist der Materialeinsatz durch diese Abdichtungsvariante etwas größer. Prinzipiell lässt sich die Verpackung aber gut recyceln.

Bei Störtebekker fällt die zusätzliche Faltschachtel negativ auf. Der Aluminiumtiegel allein schützt das Produkt bereits ausreichend und ist zudem mit allen wesentlichen Informationen bedruckt. Demnach wäre der Einsatz der Schachtel nicht notwendig. Das Alu-Gefäß ist gut recyclingfähig. Dies gilt grundsätzlich auch für die Faltschachtel; allerdings ist die vollflächige schwarze Bedruckung für das Papierrecycling unvorteilhaft.

Bei den Pumpspendern von Wella Shockwaves und Kastenbein & Bosch handelt es sich jeweils um mehrkomponentige Systeme, die oft schwerer zu recyceln sind, obwohl die Körper aus PP bestehen. Der vergleichsweise hohe Materialeinsatz, der mehrteilige Aufbau und die Tatsache, dass sich die Elemente nicht in ihre Einzelteile zerlegen lassen, kosten die Verpackungen viele Punkte. Bei Kastenbein & Bosch kommt noch hinzu, dass die im innenliegenden Beutel zurückbleibenden Produktreste das Recycling stören.

Die Tuben von Schwarzkopf OSiS+, Taft und Brisk landen in der Kategorie Sustainability im Mittelfeld. Sie ermöglichen eine vergleichsweise volumensparende Entsorgung, zumal die Marken – mit Ausnahme von Brisk – materialeffiziente, dünne Lösungen anbieten. Nachteilig ist, dass sich die HDPE-Tuben und PP-Deckel nicht trennen lassen und somit zusammen entsorgt werden. Außerdem sind die Packagings entweder durchgefärbt (wie bei Schwarzkopf OSiS+) oder vollflächig bedruckt (wie bei Taft und Brisk). Die komplett schwarze Tube von Taft ist im Sortierstrom schlecht detektierbar und deshalb hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit besonders kritisch zu bewerten. Schwarzkopf OSiS+ umfasst einen Entsorgungshinweis. Auf der Verpackung von Taft findet sich zwar das Logo der Initiative „be smart, recycle“, jedoch keine Information, wie die Verpackung tatsächlich entsorgt werden soll bzw. gut recycelt werden kann. Auch der beigefügte Link zur Initiative gibt darüber keinen Aufschluss.

Großflächig transparent und ohne zusätzliche Etiketten auskommend, ist der Mono-PP-Tiegel von Eco in Sachen Recyclingfähigkeit grundsolide. Die Abzüge sind vorrangig auf den etwas höheren Materialeinsatz durch den Klappdeckel zurückzuführen.

Bei TIGI Bed Head stufen wir die Kombination aus Kunststofftiegel und Aluminiumdeckel als unvorteilhaft ein, weil Konsumenten die Bestandteile häufig nicht trennen. Auch die als Designelement eingesetzte Doppelwand kostet aufgrund des hohen Materialeinsatzes Punkte auf der Nachhaltigkeitsebene. Des Weiteren nutzt die Marke einen untypischen Kunststoff – das Material ist als „Other“ gekennzeichnet und somit vermutlich schlechter recycelbar, weil keinem etablierten Strom zugehörig.

East Moon nutzt einen transparenten PET-Körper, der sich gut verwerten lässt. Negativ zu nennen sind der hohe Materialeinsatz durch die Applikationshilfe und die zusätzliche Faltschachtel, die überdies dunkel bedruckt ist. Darüber hinaus können in der Flasche zurückbleibende Produktreste das Recycling stören.

Zusammenfassung und Gewinner unseres Hairstyling-PackChecks

Im Markt für Hairstyling-Produkte zeichnet sich gerade ein Trend ab: Die Grenzen zwischen den klassischen Kategorien verschwimmen – aus Gel, Wachs, Öl, Creme und Co. werden immer häufiger Hybrid-Lösungen wie Creme-Wachs, Öl-Gel oder Gel-Creme. Diese Entwicklung macht eine Verpackung, die Orientierung im Regal schafft, intuitiv funktioniert und zugleich kreislauffähig ist, zunehmend wichtiger. Bei unserer Analyse liegt der Fokus deshalb auf Sicht- und Erkennbarkeit (Design), Schutz und Handhabung (Performance) sowie Materialsystem und Verbraucherführung (Sustainability sowie teilweise auch Design).

Der iStyler von got2b setzt sich im Gesamtvergleich an die Spitze, weil er Designwirkung und Alltagstauglichkeit vorbildlich verbindet. Die plakative „Billboard“-Front lässt die an und für sich flache Verpackung im Regal groß erscheinen, während die kompakte, stapelbare Form unterwegs ungemein praktisch bleibt. Öffnen, Wiederverschluss und Restentleerung sind selbsterklärend und sauber gelöst. In puncto Nachhaltigkeit ist das Konzept mit dem Mono-PP-Tiegel und dem reduzierten Labeling solide, wenngleich L’Oréal und seinz. im reinen Sustainability Score vorne liegen. Doch in Anbetracht des aufmerksamkeitsstarken Designs, kombiniert mit einer klaren Nutzerführung und robusten Handhabung, verdient sich das Packaging des got2b iStylers den Overall-Sieg.

Dicht dahinter folgt seinz. mit einem sehr maskulinen, reduzierten und verlässlichen Auftritt. Der Tiegel mutet wertig an, die Verbraucherführung ist klar. Der dritte Platz gehört einem weiteren Produkt von got2b: Strand Matte.

Nivea auf Rang 4 ist der qualitativ ansprechende, nahbare Allrounder mit kluger Informationshierarchie und stimmigen Proportionen – und L’Oréal unser Sustainability Champion: kompakter Mono-PP-Tiegel, minimal gelabelt und gut recycelbar – es fehlt nur eine klare Anleitung zur Trennung der Komponenten.

Schwarzkopf OSiS+ schneidet in Sachen Performance und Design gut ab, verliert jedoch im Sustainability-Vergleich den Anschluss zu den Besten. Taft beweist mit der ergonomischen Tube und klaren Typografie, wie bewusste Reduktion im Massenregal funktionieren kann.

Störtebekker liegt auf allen drei Bewertungsdimensionen und auch insgesamt im Mittelfeld – das Produkt fällt weder besonders positiv noch negativ auf. Eco punktet mit einem einfachen Handling, wirkt gestalterisch allerdings etwas altmodisch.

Zu den schwächer bewerteten Artikeln gehört der Wella-Shockwaves-Pumpspender, der in der Anwendung zwar hygienisch ist, aber durch die mangelhafte Restentleerung Punkte einbüßt. Außerdem hat sich der Deckel bei unserem Drop-Test als wenig stabil erwiesen: Er ist gebrochen.

Unter den letzten fünf Hairstyling-Produkten in unserem Vergleich befinden sich neben Wella auch TIGI Bed Head, Brisk, East Moon sowie Kastenbein & Bosch.

Zentrale Erkenntnisse in jeder Kategorie im Überblick

Performance: Tiegel liefern den besten Produktschutz und die beste Restentleerung. Tuben und Pumpspender glänzen typischerweise mit einer großen POS-Fläche und hygienischen Dosierung, offenbaren jedoch oft Schwächen hinsichtlich Druckstabilität, Materialeffizienz und Restentleerung.

Design: Durchgesetzt haben sich plakative Flächen und klare Formen. Reduktion wirkt, wenn Markenklammer, Typografie und Leseführung präzise sind. In Zeiten von Gel-Wachs-Creme-Hybriden muss die Verpackung klipp und klar erzählen, was sie enthält und wie das Produkt zu verwenden ist.

Nachhaltigkeit: Monomaterial-Tiegel, vor allem aus PP, erzielen die besten Werte, was die Kreislauffähigkeit betrifft. Einige Konzepte könnten im Recycling gut abschneiden, wenn die Verbraucher die Komponenten korrekt getrennt entsorgen würden. Wer auf die Mithilfe der Konsumenten angewiesen ist, muss zum einen eine einfache Trennbarkeit gewährleisten und zum anderen eindeutige Entsorgungshinweise in das Verpackungsdesign integrieren – insbesondere bei kritischen Materialkombinationen wie Kunststoffgefäß und Aluminiumdeckel.

Drei Statements unseres Geschäftsführers Christoph Waldau

„Sichtbarkeit ohne Bedienkomfort erzielt nur die halbe Wirkung.“

Der got2b iStyler zeigt, wie Form, Fläche und einfache Mechanik gemeinsam wirken: Regal-Billboard, intuitives Öffnen, saubere Restentleerung – so gewinnt man am Point of Sale und bei den Verbrauchern im Alltag.

„Monomaterial schlägt Komplexität – und die Kennzeichnung ist entscheidend.“

L’Oréal beweist mit dem Mono-PP-Tiegel, wie echte Kreislauffähigkeit aussieht. Hier fehlt nur die klare Trennanleitung, damit das, was konstruktiv möglich ist, auch wirklich im System ankommt.

„Die Linie zwischen Gel, Wachs und Creme löst sich auf – und die Verpackung muss Orientierung schaffen.“

Bei Hybrid-Texturen wie Creme-Wachs, Öl-Gel oder Gel-Creme werden ikonische Formen, eine präzise Bezeichnung und eine klare Dosierlogik zu elementaren Erfolgsfaktoren. Packaging ist immer (auch) Produktführung.