ProSweets / ISM Cologne 2026: Trendanalyse auf Basis von 362 Produktbeschreibungen
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ProSweets / ISM Cologne 2026: Trendanalyse auf Basis von 362 Produktbeschreibungen

Die internationale Süßwaren- und Snackbranche trifft sich jedes Jahr in Köln, wenn mit der ProSweets und der parallel stattfindenden ISM zwei der wichtigsten Fachmessen der globalen Confectionery-Industrie ihre Tore öffnen. Auch 2026 bestätigten beide Veranstaltungen erneut ihre Rolle als zentrale Plattform für Innovation, Marktbeobachtung und strategischen Austausch. Tausende Fachbesucher aus Industrie, Handel, Start-ups und Forschung nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Süßwaren, Snacks, Rohstoffe, Verarbeitungstechnologien und Verpackungslösungen zu informieren.

Wie in den vergangenen Jahren waren wir erneut selbst vor Ort, um uns mit eigenen Augen ein Bild von den wichtigsten Produkt- und Verpackungsinnovationen zu machen. Die Messehallen boten eine enorme Vielfalt: von funktionalen Protein-Snacks über neue Geschmacksrichtungen bis hin zu hochinnovativen Rohstoffen aus Biotechnologie und Fermentation. Neben etablierten Marken präsentierten zahlreiche Start-ups neue Ansätze für Ernährung, Nachhaltigkeit und alternative Zutaten.

Der folgende Bericht fasst die wichtigsten Beobachtungen aus unserer systematischen Analyse von 362 Produktbeschreibungen zusammen. Wir geben einen strukturierten Überblick darüber, welche Produktkategorien, Inhaltsstoffe, Claims und Verpackungslösungen aktuell angesagt sind (und es in Zukunft sein werden). Abgesehen von den großen Megatrends beleuchten wir auch ausgewählte Produktinnovationen sowie Entwicklungen im Bereich Rohstoffe und Verpackungsdesign etwas näher.

New Product Showcase Awards

Im Rahmen der ProSweets 2026 wurden wieder die New Product Showcase Awards vergeben. Die Auszeichnung würdigt besonders innovative Produktentwicklungen aus der internationalen Süßwaren- und Snackindustrie. Den drei diesjährigen Siegern gelingt es hervorragend, Genuss mit Funktionalität und kreativer Produktgestaltung zu verknüpfen.

Platz 1: Kreatin-Fruchtgummi mit Schokolade (70 %)

Der erste Platz ging an ein Produkt, das gleich mehrere Trends adressiert: funktionelle Ernährung, innovative Texturen und intensiven Genuss. Es handelt sich dabei um einen Fruchtgummi-Energieriegel, der mit hochwertigem CREAVITALIS(R) Kreatinmonohydrat angereichert ist. Dieses zeichnet sich laut Hersteller durch besonders hohe Reinheit und eine optimale Bioverfügbarkeit aus.

Der Riegel verbindet den natürlichen Geschmack von Banane mit einem Überzug aus Zartbitterschokolade. In ihm verschmelzen sozusagen sportliche Funktionalität und klassischer Süßwaren-Genuss. Er will Kraft, Performance und Muskelregeneration unterstützen – allerdings in einer deutlich konsumfreundlicheren Form als klassische Pulverlösungen.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Statt ein Nahrungsergänzungsmittel zu trinken, wird der Wirkstoff in eine gummiartige Snackstruktur integriert, die sich leicht unterwegs verzehren lässt. Gerade für Fitness- und Lifestyle-Konsumenten entsteht dadurch ein funktionell überzeugendes Produkt, das auch noch Genuss bringt.

Ausschlaggebend ist die hohe Qualität des verwendeten Kreatins, denn laut Hersteller beginnen echte Leistungsunterschiede genau dort. CREAVITALIS(R) bildet somit das Herzstück dieser Innovation.

 

Platz 2: Schokoladen Espresso Martini Perlen

Rang 2 belegte ein Produkt, das einen der aktuell prägendsten Geschmackstrends der Branche aufgreift: das Duett aus Kaffee- und Cocktail-Aromen. Die Schokoladen Espresso Martini Perlen übertragen den ikonischen Cocktail in eine elegante Pralinenform.

Im Inneren jeder Perle verbindet eine flüssige Füllung intensive Espresso-Noten mit feinen Nuancen von Wodka und Kaffeelikör. Umhüllt wird diese aromatische Komposition von einer dünnen Schicht dunkler Schokolade, die das Geschmacksprofil zusätzlich vertieft.

Das Produkt lebt vor allem von seinem Erlebnischarakter: Beim Hineinbeißen entfaltet sich die flüssige Cocktailfüllung im Mund zu einer überraschenden Geschmacksexplosion. Damit verbindet die Innovation die Ästhetik klassischer Pralinen mit der modernen Bar- und Kaffeekultur – ein Konzept, das besonders im Premium-Segment großes Potenzial hat.

Platz 3: Kekstafel „Cinnamon Roll“

Auf dem dritten Platz landete eine kreative Neuinterpretation klassischer Weihnachtsgebäcke. Die Kekstafel „Cinnamon Roll“ kombiniert die Form einer Schokoladentafel mit dem Geschmack frisch gebackener Zimtschnecken.

Ein knuspriger Keksteig, der mit einer zarten Zuckerglasur überzogen ist, bildet die Grundlage. Würzige Zimt-Noten sorgen für ein Aroma, das winterliche Genussmomente voller Wärme und Geborgenheit heraufbeschwört. Zudem macht das weihnachtliche Ornamentmuster jede Tafel zu einem kleinen visuellen Kunstwerk.

Durch die Tafelform lässt sich das Produkt leicht per Hand in einzelne Stücke brechen, wodurch es sich wunderbar zum Teilen, Verschenken oder auch zum spontanen (Selber-)Naschen eignet.

Die Innovation zeigt exemplarisch, wie traditionelle Geschmackswelten durch neue Formate und Designs modern interpretiert werden können.

Top-Trends 2026

Die Analyse der 362 untersuchten Produkte liefert ein aussagekräftiges Abbild der wichtigsten Entwicklungen in der Süßwaren- und Snackbranche. Besonders auffällig ist dabei die starke Präsenz funktionaler und gesundheitsbezogener Produkteigenschaften.

Rund 50 Produkte setzen gezielt auf den Claim Protein, während etwa 43 Produkte explizit als vegan gekennzeichnet sind. Auch regionale Geschmackstrends spielen eine Rolle: Etwa 24 Produkte orientieren sich am derzeit stark gehypten Dubai-Style, der vor allem durch Pistazien, orientalische Aromen und goldene Designelemente geprägt ist.

Weitere relevante Trends sind zuckerfreie Rezepturen, die bei etwa 17 Produkten vorkommen, sowie Matcha als Grundgeschmack, der bei rund 10 Produkten das Zepter hat. Ebenfalls auffällig ist die steigende Zahl an Snacks aus gefriergetrockneten Früchten.

Darüber hinaus wurden etwa 32 Produkte als gesunde Nussmischungen konzipiert. Besonders häufig findet sich außerdem Gepufftes.

Auch bei den Packaging-Lösungen zeigen sich klare Schwerpunkte. Von den 362 analysierten Produkten werden rund 230 in flexiblen Folienverpackungen angeboten. Etwa 80 Süßwaren und Snacks kommen in Standbeuteln beziehungsweise Doypacks, während ungefähr 130 Erzeugnisse in (Premium-)Kartonverpackungen gehüllt sind.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die einzelnen Trends ein.

Protein-Produkte als Megatrend

Protein ist derzeit der wohl dominierende funktionale Claim in der Snackbranche. Unsere Analyse zeigt deutlich, dass sich dieser Trend längst nicht mehr nur auf klassische Proteinriegel beschränkt. Vielmehr durchdringt Protein inzwischen nahezu alle Produktkategorien. Neben Riegeln fanden sich auf der Messe beispielsweise Protein-Pancake-Mischungen, Protein-Schokoladen, Protein-Snacks oder sogar Protein-Wasser.

Die Verpackungsgestaltung spielt dabei eine zentrale Rolle: Der Proteingehalt wird häufig mit großen, auffälligen Zahlen kommuniziert, die sofort ins Auge fallen und den funktionalen Nutzen hervorheben.

Vegan-Claim als Standard

Auch vegane Rezepturen sind inzwischen weitgehend vom Nischenprodukt zum Branchenstandard aufgestiegen. Immer mehr Hersteller entscheiden sich bewusst dafür, ihre Produkte ohne tierische Zutaten zu formulieren.

Das Vegan-Label wird in der Regel prominent auf der Vorderseite der Verpackung platziert und dient sowohl für vegane Konsumenten als auch für „Flexitarier“ als Orientierung. Dadurch hat sich der Vegan-Claim zu einem wichtigen Kaufargument für eine deutlich breitere Zielgruppe entwickelt.

Dubai-Style und orientalische Geschmackswelten

Ein besonders auffälliger Trend auf der Messe war der Dubai-Style. Pistazien, Kadaifi-Teig und orientalische Goldornamente prägen das visuelle Erscheinungsbild vieler Produkte.

Ursprünglich aus dem Schokoladensegment kommend, breitet sich dieser Stil inzwischen auf zahlreiche Kategorien aus. Neben Schokoladen finden sich entsprechende Geschmacksprofile auch bei Riegeln, Aufstrichen oder Eiscreme-Produkten.

Der Dubai-Style verbindet luxuriöse Optik mit intensiven, oft nussigen Geschmacksnoten und spricht damit vor allem premiumorientierte Zielgruppen an.

Zuckerfrei und „No Added Sugar“

Zuckerreduzierte und zuckerfreie Produkte etablieren sich zunehmend als feste Kategorie im Süßwarenmarkt. Die entsprechende Kennzeichnung erfolgt häufig durch auffällige Siegel oder Banner auf der Verpackung, die den reduzierten Zuckergehalt klar hervorheben.

Matcha als neuer Trendgeschmack

Neben Pistazie gehört auch Matcha zu den gegenwärtig besonders angesagten Geschmacksrichtungen. Das fein gemahlene Grünteepulver zeichnet sich durch sein charakteristisches Aroma, das irgendwo zwischen süß, salzig und würzig liegt, und die intensive grüne Farbe aus. Letztere wird von vielen Herstellern gezielt als Differenzierungsmerkmal genutzt, um Produkte mit Matcha visuell von klassischen Geschmacksrichtungen abzugrenzen.

Gefriergetrocknete Früchte als Premium-Snack

Gefriergetrocknete Früchte – häufig als Freeze-Dried Fruits bezeichnet – zählen zu den spannendsten Premium-Zutaten der aktuellen Süßwaren-Generation. Durch die Gefriertrocknung behalten die Früchte ihre wertvollen Vitamine und ihren intensiven Geschmack. Sie werden sowohl als eigenständige Snacks als auch als Bestandteil von Schokolade oder fruchtigen Müsliriegeln eingesetzt.

Healthy Nussmix

Wie zuckerfreie Süßigkeiten etablieren sich auch mehr oder weniger gesunde Nussmischungen zunehmend als eigenständige Kategorie. Neben klassischen, rein salzigen Varianten treten immer häufiger kreative Geschmacksrichtungen auf, darunter rein süße Varianten, süß-salzige Kombinationen oder funktionale Mischungen mit zusätzlichen Inhaltsstoffen wie Koffein. Der Einsatz natürlicher Zutaten und klarer Rezepturen spricht sowohl gesundheitsbewusste Konsumenten als auch genussorientierte Verbraucher an.

Gepufftes

Gepufftes ist auf dem Vormarsch. Vor allem Crispy-Rice-Snacks oder ähnliche Produkte auf Basis von gepufftem Getreide erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie bieten eine leichte, knusprige Textur und passen gut zu modernen Snack-Konzepten mit reduziertem Zutatenprofil.

Die spannendsten Produktinnovationen

Neben den großen Branchentrends gab es auf der Messe zahlreiche kreative Einzelprodukte zu entdecken. Viele dieser Innovationen zeichnen sich durch ungewöhnliche Texturen, interaktive Konsumerlebnisse oder „neue“ Zutaten aus.

Die spannendsten Produktinnovationen

Neben den großen Branchentrends gab es auf der Messe zahlreiche kreative Einzelprodukte zu entdecken. Viele dieser Innovationen zeichnen sich durch ungewöhnliche Texturen, interaktive Konsumerlebnisse oder „neue“ Zutaten aus.

Highlights 2026

Im Folgenden stellen wir einige besonders interessante Produkte vor, die exemplarisch für neue Ideen im Süßwaren- und Snack-Segment stehen.

Wonder Zahnstocher – Pineapple

Diese aromatisierten Zahnstocher überraschen mit ihrem intensiven Ananasgeschmack und dem ungewöhnlichen Nutzungskonzept. Das Produkt ist klein, handlich und eignet sich ideal für unterwegs. Neben einem frischen Atem bietet es ein dezentes Geschmackserlebnis für zwischendurch. Das Produkt ist zuckerfrei, handlich verpackt und eignet sich sehr gut als Impulsartikel im Kassenbereich.

Freeze Dried Crispy Gummy – Donut

Hierbei handelt es sich um gefriergetrocknete Fruchtgummis in Donut-Form, die durch ihre besonders knusprige Textur auffallen. Die Gefriertrocknung sorgt nicht nur für einen intensiven Geschmack, sondern auch für einen erstaunlich leichten und crunchigen Biss. Das Produkt steht exemplarisch für den wachsenden Trend rund um sogenannte Crispy Candies.

Peely Lemon Gummy (Sweet Story)

Dieses Fruchtgummi kombiniert Zitronengeschmack mit einem hohen Fruchtsaftanteil. Bemerkenswert ist seine „Peelable“-Eigenschaft: Das Produkt lässt sich ähnlich wie eine kleine Frucht schälen. Dadurch entsteht ein spielerischer, interaktiver Konsummoment, der insbesondere jüngere Zielgruppen anspricht.

Mallow Pop – Dehydrated Marshmallow

Bei diesem Produkt handelt es sich um dehydrierte Marshmallows mit einer luftig-knusprigen Konsistenz. Neben dem milden Geschmack enthalten die Süßigkeiten zusätzlich Probiotika, wodurch ein funktionaler Mehrwert entsteht. Gleichzeitig verzichtet die Rezeptur auf künstliche Farb- und Aromastoffe.

Mushroom Snack (Marke: Müshroom)

„Mr. Mushroom“ setzt auf echte, sorgfältig ausgewählte Pilze als natürliche Snackbasis. Statt klassischer Süßwaren steht hier ein eher herzhaftes Geschmackserlebnis im Vordergrund. Die Pilze bieten eine knackige Textur und liefern gleichzeitig zahlreiche Nährstoffe. Das Konzept verbindet Genuss und Gesundheit auf moderne, kreative Weise.

 

Ein genauerer Blick auf die Verpackungsformate

Neben den Produkten selbst spielte auch das Thema Verpackung wieder eine zentrale Rolle auf der Messe – und für uns als Packaging-Design-Agentur tut es das ohnehin. Insgesamt offenbart unsere Analyse eine starke Dominanz klassischer Snack-Formate.

Besonders häufig vertreten sind Riegel beziehungsweise Bars: Mit rund 195 Produkten decken sie mehr als die Hälfte aller einbezogenen Artikel ab. Etwa 80 Produkte präsentieren sich in Standbeuteln beziehungsweise Doypacks. Rund 55 Süßwaren und Snacks werden in Faltschachteln oder Boxen angeboten. Auch Dosen und Gläser sind mit jeweils etwa 45 Produkten nicht zu verachten. Kleinere Formate wie Flowpacks, Geschenkboxen oder Tuben ergänzen das Spektrum der Verpackungstypen.

Materialverteilung der 362 analysierten Produkte

Etwa 230 Produkte nutzen flexible Folien beziehungsweise Filme, was rund 64 Prozent aller analysierten Verpackungen entspricht. Kartonverpackungen sind mit etwa 130 Produkten ebenfalls stark vertreten und kommen häufig im Premium-Segment zum Einsatz. Papierbasierte Materialien werden bei etwa 60 Produkten verwendet. Ebenso häufig finden sich rigide Kunststoffverpackungen. Zu erwähnen sind auch Glasbehälter und Metalldosen, die vor allem dazu dienen, Premium-Produkte oder Geschenkartikel qualitativ und optisch aufzuwerten.

Health-Claims und Zertifizierungen im Überblick

Health-Claims sind ein zentraler Bestandteil moderner Produktkommunikation. Am häufigsten tritt dabei – wie bereits erwähnt – der Claim Protein auf, der bei etwa 50 Produkten verwendet wird. Der Vegan-Claim folgt mit rund 43 Produkten, während etwa 22 Produkte ein Bio- oder Organic-Label tragen. Weitere wichtige Themen sind Nachhaltigkeit, Zuckerfreiheit sowie recycelbare Verpackungen, die jeweils bei rund 17 bis 18 Produkten vorkommen. Seltener, aber dennoch präsent sind Claims wie Glutenfrei, Halal oder Fairtrade, die jeweils kleinere, klar definierte Zielgruppen ansprechen.

Visuelle Gestaltungstrends

Im Bereich Verpackungsdesign lassen sich klare gestalterische Trends erkennen. Besonders häufig sind dunkle Grundfarben mit goldenen Akzenten, die ein hochwertiges und exklusives Erscheinungsbild erzeugen.

Durch Sichtfenster oder transparente Bereiche können Konsumenten das Produkt direkt sehen. Mehr als 50 Artikel nutzen diese Gestaltung, um Vertrauen und Authentizität zu vermitteln.

Auch matte Oberflächen und sogenannte Soft-Touch-Lackierungen kommen zunehmend häufiger zum Einsatz, um ein hochwertiges haptisches Erlebnis zu schaffen. Oft werden diese matten Flächen mit glänzenden Spot-UV-Elementen kombiniert – für einen kontrastierenden Effekt.

Viele Marken setzen außerdem auf Farbcodierungen nach Geschmacksrichtung. So wird beispielsweise Erdbeere häufig mit Pink dargestellt, während Pistazie durch Grün gekennzeichnet ist. Dadurch lassen sich Varianten im Regal schnell unterscheiden.

Neben minimalistischem Design gewinnen auch illustrative Verpackungsstile an Bedeutung. Verspielte Illustrationen sprechen emotional an und bilden einen Gegenpol zu den stark reduzierten Designs vieler Premium-Produkte.

Schließlich hat sich auch die Wiederverschließbarkeit von Verpackungen inzwischen zum Standard entwickelt. Zip-Verschlüsse oder andere Reseal-Mechanismen erhöhen die Benutzerfreundlichkeit und verlängern die Haltbarkeit angebrochener Produkte.

 

Trends bei Roh- und Inhaltsstoffen

Hinsichtlich zukünftiger Rohstoffe und Technologien präsentierte der Innovationsberater Haute Innovation, der weltweit neue Materialien, Technologien und Food-Konzepte analysiert, eine besonders spannende Ausstellung. Auf der Messe stellte das Unternehmen 50 internationale Beispiele für zukunftsweisende Rohstoffe vor. Der Fokus lag dabei insbesondere auf Themen wie alternative Proteine, biotechnologische Verfahren, Upcycling, ressourceneffiziente Rohstoffe und funktionale Reformulierungen. Ziel dieser Präsentation war es, Entwicklungen sichtbar zu machen, die die Lebensmittel- und Süßwarenindustrie nachhaltig verändern werden.

Beispiele für Zukunftsrohstoffe

Zu den Innovationen, die präsentiert wurden, gehören unter anderem bioidentisches Casein aus Präzisionsfermentation, tierfreies Eiprotein aus mikrobieller Fermentation sowie verschiedene neue pflanzliche oder kultivierte Rohstoffe. Auch Superfoods wie Açaí-Beeren, neue Kaffeealternativen auf Basis fermentierter Hülsenfrüchte oder Technologien zur funktionalen Zuckerreduktion stellte Haute Innovation vor. Überaus spannend finden wir außerdem Entwicklungen im Bereich Upcycling, bei denen Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie zu neuen Zutaten verarbeitet werden. Weitere Beispiele sind pflanzliche Milchalternativen aus Wassermelonenkernen, „Pseudo“-Schokoladen aus Bierpulpe und Kakaoschalen sowie zellbasierter Kaffee, der sich unabhängig von Plantagenanbau produzieren lässt. Überdies wurden Insektenproteine, kultiviertes Fleisch sowie kultivierte Kakaobutter präsentiert – Technologien, die künftig eine wichtige Rolle bei der Sicherung globaler Rohstoffversorgung spielen könnten.

Warum diese Innovationen im Fokus stehen

Die erwähnten Entwicklungen sind nicht nur technologische Experimente, sondern adressieren konkrete Herausforderungen der globalen Lebensmittelindustrie. Rohstoffe wie Kakao, Kaffee, Zucker, Milch oder Eier werden immer knapper – sowohl durch klimatische Veränderungen als auch durch geopolitische Entwicklungen und steigende Nachfrage. Nachhaltigkeit entwickelt sich dabei immer stärker zu einem wirtschaftlichen Faktor. Themen wie CO2-Emissionen, Wasserverbrauch und Landnutzung beeinflussen zunehmend Kostenstrukturen und Lieferketten.

Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus vieler Innovationen weg von bloßen Ersatzprodukten hin zu funktional vollständig einsetzbaren Zutaten, die sich ohne Qualitätsverlust in industrielle Prozesse integrieren lassen. Die Messe wird dadurch immer mehr zu einer Plattform für strategische Zukunftstechnologien, die für Forschung und Entwicklung, aber auch für Einkauf und Supply-Chain-Management sowie die gesamte Unternehmensausrichtung relevant sind.

Zusammenfassung und Fazit

Aus unserer Analyse der 362 untersuchten Produkte geht hervor, wie dynamisch sich die Süßwaren- und Snackbranche derzeit entwickelt. Funktionale Ernährung, vegane Rezepturen, neue Geschmackswelten und innovative Texturen prägen das aktuelle Marktgeschehen. Gleichzeitig gewinnen Nachhaltigkeit, alternative Rohstoffe und neue Produktionsmethoden zunehmend an Bedeutung.

Die Kombination aus Genuss, Funktionalität, Technologie und Design macht deutlich, dass sich die Branche in einer Phase intensiver Transformation befindet. Messen wie die ProSweets und ISM in Köln bieten dabei eine wertvolle Momentaufnahme dieser Entwicklungen – und liefern wichtige Impulse für die Zukunft der Lebensmittelindustrie.