Packaging of the Month Dezember 2025: Weißburgunder der Winzergenossenschaft Achkarren – der erste deutsche Wein in einer Papierflasche
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Packaging of the Month Dezember 2025: Weißburgunder der Winzergenossenschaft Achkarren – der erste deutsche Wein in einer Papierflasche

Während in vielen anderen Ländern rund um den Globus immer mehr alternative Weinverpackungen zur traditionellen Glasflasche auf den Markt kommen, sind die DACH-Länder diesbezüglich bislang noch sehr zurückhaltend. Doch nun hat die Badener Winzergenossenschaft Achkarren den ersten deutschen Wein in einer Papierflasche auf den Markt gebracht. Das Ergebnis finden wir derart gelungen, dass wir es zum Packaging of the Month Dezember 2025 küren.

Hintergründe zur Entwicklung alternativer Weinverpackungen

Studien zeigen, dass die Energie, die für die Herstellung des Glases und für den Transport der gefüllten Weinflaschen verwendet wird, mit schätzungsweise etwa 40 Prozent einen großen Teil des CO2-Fußabdrucks innerhalb der Weinbranche ausmacht. Letztere beansprucht überhaupt fast die Hälfte der gesamten – bekanntermaßen prinzipiell sehr energieaufwändigen – Glasproduktion. Um einen nachhaltigeren Weinhandel zu forcieren, ist es daher zwingend erforderlich, alternative Verpackungslösungen für das beliebte alkoholische Getränk zu entwickeln. Die Packagings sollten zum einen ein geringeres Gewicht haben und zum anderen möglichst einfach und vollständig recycelbar sein.

Insbesondere in den skandinavischen Ländern sowie in Großbritannien und Kanada sind Weine in anderen Verpackungen als Glasflaschen bereits seit mehreren Jahren fester Bestandteil der Sortimente. Auch Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien und die USA bringen zunehmend mehr Verpackungsalternativen auf den Markt. Demgegenüber halten in Italien und den Niederlanden sowie vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer noch die meisten Händler an Glasflaschen fest, was wiederum die Weinproduzenten daran hindert, ihre Erzeugnisse alternativ zu verpacken. Ohne entsprechende Nachfrage will logischerweise niemand in neue Abfüllanlagen und Lieferanten investieren.

Manchmal braucht es jedoch nur einen erfolgreichen Vorreiter, um zunächst Händler zum Umdenken zu bewegen und in der Folge Produzenten zu motivieren, leichtere und umweltverträglichere Weingefäße einzuführen. In Deutschland übernimmt nun die Winzergenossenschaft Achkarren die Rolle des Pioniers.

Trockener Weißburgunder in der innovativen Papierflasche

Im August 2025 hat die Winzergenossenschaft vom Kaiserstuhl in Baden bei ihrem langjährigen Vertriebspartner Rossmann erstmals einen deutschen Wein – konkret einen trockenen Weißburgunder – in einer Pappflasche lanciert. Seither ist der innovativ verpackte Qualitätswein in mehr als 2.200 Filialen der Drogeriekette erhältlich.

Das Packaging nutzt das sogenannte Bag-in-Box-Prinzip. Es setzt sich aus einem innenliegenden Kunststoffbeutel und einer äußeren Umhüllung aus Papier zusammen. Letztere besteht zu 94 Prozent aus recycelter Pappe. Laut Rossmann wiegt die Verpackung lediglich 82 Gramm und ist damit durchschnittlich etwa fünfmal leichter als eine traditionelle Glasflasche, deren Gewicht üblicherweise zwischen 350 und 800 Gramm liegt.

Im Vergleich zu Glasflaschen spart die Bag-in-Box-Lösung rund 84 Prozent der CO2-Emissionen ein. Zudem überzeugt das Packaging durch seine einfache Handhabung und hohe Bruchsicherheit. Nach dem Weingenuss kann der Verbraucher die primäre und sekundäre Verpackung – sprich den Kunststoffbeutel und die Papierhülle – getrennt über die Gelbe Tonne und den Altpapiercontainer entsorgen, sodass die verwendeten Materialien wieder dem Recyclingkreislauf zugeführt werden.

Der Weißburgunder in der Papierflasche präsentiert sich nicht nur in Sachen Materialwahl, sondern auch visuell ausgesprochen modern. Mit den bunten, oft abstrakten Illustrationen fällt der Wein im Regal auf und hat das Potenzial, verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Trotz der großen Anzahl der aufgedruckten Elemente ist das Design gut strukturiert beziehungsweise so weit geordnet, dass die Weinsorte und auch der Markenname deutlich zu erkennen sind.

Fazit: Frech und nachhaltig – die erste Bag-in-Box-Lösung für deutschen Wein

Mit dem Weißburgunder in der Papierflasche setzen die Winzergenossenschaft Achkarren und Rossmann ein starkes Zeichen für Innovation und Nachhaltigkeit im deutschen Weinmarkt. Die deutlich leichtere, CO2-sparende Bag-in-Box-Verpackung begeistert funktional wie gestalterisch und zeigt, dass umweltfreundliche Alternativen zur Glasflasche auch hierzulande Akzeptanz und Aufmerksamkeit finden können.